Schulter-
schmerzen
Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des Körpers und genau deshalb auf alles angewiesen, was um sie herum passiert. Wir schauen uns an, was sie führt, was sie hält und wo die Bewegung tatsächlich fehlt.
Wenn der Arm nicht mehr nach oben will
Schulterschmerzen zeigen sich oft bei ganz alltäglichen Dingen wie beim Anziehen, beim Griff ins obere Regal oder nachts beim Umdrehen. Du merkst erst, wie oft du den Arm hebst, wenn es nicht mehr selbstverständlich geht.
Viele warten erst einmal ab und schonen die Schulter. Das ist verständlich. Beweglicher wird sie dadurch aber selten.
- Beim Haarewaschen oder Anziehen stockt der Arm
- Nachts kannst du nicht mehr auf der Seite liegen
- Über Kopf zu greifen tut weh, ob ins Regal oder beim Sport
- Der Schmerz zieht in den Oberarm
- Tragen oder Abstützen fühlt sich schwach an
- Nacken und Schulter sind gleichzeitig verspannt
- Im Befund steht ein Sehnenriss oder Impingement und du bist verunsichert
Beweglichkeit hat einen Preis
Kein anderes Gelenk lässt so viel Bewegung zu wie die Schulter. Möglich ist das nur, weil der Oberarmkopf vergleichsweise flach aufliegt. Gehalten wird er vor allem von der Muskulatur, den Sehnen und der Gelenkkapsel.
Geführt statt eingerastet
Die Schulter wird von der Muskulatur aktiv geführt. Arbeitet diese ungünstig zusammen, verändert sich die Bewegung im Gelenk, oft lange bevor Schmerz entsteht. Deshalb schauen wir über die schmerzende Stelle hinaus.
Die Schulter hängt am Rumpf
Das Schulterblatt liegt dem Brustkorb auf und gleitet auf ihm. Bewegt sich der Brustkorb wenig oder bleibt die Haltung über Stunden gleich, verändert das die Ausgangsposition der ganzen Schulter.
Die Schulter hat viel Spielraum. Deshalb braucht sie Muskeln, die sie führen.
Vier Bereiche, die mitentscheiden
Wenn du den Arm hebst, arbeiten Schulterblatt, Brustwirbelsäule und Schultergelenk zusammen. Fällt ein Teil aus dem Takt, übernehmen die anderen. Das geht meist zulasten des Teils, der es am wenigsten verträgt.
Schulterblatt
Beim Armheben dreht das Schulterblatt mit. Tut es das zu spät oder zu wenig, wird der Raum im Gelenk enger, als er sein sollte. Wir schauen uns an, wie es sich bei der Bewegung verhält und wie weit der Arm kommt.
Brustwirbelsäule
Der Arm kommt nur dann ganz nach oben, wenn sich die Brustwirbelsäule mit aufrichtet. Ist sie über Jahre in einer Position, fehlt dieser Anteil und die Schulter muss den Rest allein aufbringen.
Nacken
Nacken und Schulter teilen sich Muskulatur. Beschwerden wandern deshalb häufig zwischen beiden hin und her und nicht immer ist von Anfang an klar, wo sie ihren Ursprung haben.
Belastung im Alltag
Die Schulter erträgt viel, aber selten dasselbe über Jahre. Das gilt für Überkopfarbeit, einseitiges Tragen, Wurf- und Schlagsportarten oder Training mit ungünstiger Technik. Was du regelmäßig tust, gehört zur Analyse.
Wenn im Befund ein Sehnenriss steht
Die Rotatorenmanschette ist die Sehnenplatte, die den Oberarmkopf führt. Ein Riss darin klingt nach Operation. Nach einem Sturz kann er tatsächlich eine schnelle ärztliche Entscheidung erfordern. Mit zunehmendem Alter ist er aber häufig ein Befund, der ohne Beschwerden bleibt.
Wir schauen uns deshalb an, wie deine Schulter sich bewegt und was sie trägt. Der Befund gehört zur Einordnung dazu, entscheidet aber nicht allein darüber, was möglich ist.
Eine Untersuchung, bei der die Schultern von 664 Erwachsenen eines ganzen Ortes per Ultraschall untersucht wurden, zeigt:
Quelle: Minagawa et al., Journal of Orthopaedics 2013, Ultraschall-Untersuchung von 664 Einwohnern zwischen 20 und 87 Jahren.
Was du selbst tun kannst
Diese drei Dinge sind in den meisten Fällen sinnvoll, unabhängig davon, wann du zu uns kommst.
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Arm bewegen
Eine schmerzende Schulter ganz ruhigzustellen macht sie oft steifer. Bewege den Arm mehrmals am Tag im angenehmen Bereich. Du kannst ihn zum Beispiel locker pendeln lassen, während du dich leicht vorbeugst.
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Nachts abstützen
Liegst du auf der anderen Seite, stützt ein Kissen vor dem Bauch den oberen Arm. So hängt er nicht nach vorn und die Schulter kommt nachts besser zur Ruhe.
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Über Kopf dosieren
Teile Arbeiten über Kopf lieber auf und lass den Arm zwischendurch sinken. Das nimmt Druck heraus, ohne die Schulter stillzulegen.
Diese Hinweise ersetzen keine Untersuchung. Bei den Warnzeichen weiter unten gilt immer, dass du sie zuerst ärztlich abklären lässt.
Schulterschmerzen: Situationen, mit denen Menschen zu uns kommen
Ob Physiotherapie der richtige nächste Schritt ist, klären wir im Gespräch. Diese Ausgangslagen begegnen uns häufig.
- Schmerz beim Heben des Arms über Schulterhöhe
- Beschwerden beim Liegen auf der betroffenen Seite
- Eingeschränkte Beweglichkeit beim Anziehen oder Haarewaschen
- Ein Gefühl von Schwäche beim Tragen oder Stützen
- Beschwerden nach längerer Überkopf- oder Montagearbeit
- Rückkehr in Wurf-, Schlag- oder Kraftsport nach einer Pause
- Belastungsaufbau nach einer Operation an der Schulter
- Der Wunsch, nach ärztlicher Abklärung aktiv weiterzuarbeiten
Was viele zur Schulter fragen
Deine Frage ist nicht dabei? Melde dich gern bei uns, wir beantworten sie dir.
Zum KontaktSchonen oder bewegen?
Schonung nimmt kurzfristig Druck heraus, dauerhafte Schonung führt aber dazu, dass die Schulter noch weniger verträgt. Umgekehrt kann Weitermachen wie bisher die Reizung unterhalten. Entscheidend ist die Dosierung, also welche Bewegung du wie viel und wie oft machst. Das legen wir gemeinsam mit dir fest.
Muss ein Sehnenriss operiert werden?
Das entscheidet dein Arzt. Viele Risse, besonders solche, die ohne Unfall mit den Jahren entstehen, werden zunächst ohne Operation behandelt. Nach einem Sturz mit plötzlichem Kraftverlust sollte die Entscheidung dagegen schnell fallen. Nach einer Operation begleiten wir dich beim Belastungsaufbau.
Was bedeutet Impingement?
Der Begriff beschreibt ein Engegefühl oder Schmerz beim Anheben des Arms. Früher galt das vor allem als Platzproblem im Gelenk. Heute schaut man stärker darauf, wie die Schulter geführt wird und genau daran lässt sich arbeiten.
Hilft eine Spritze?
Ob eine Spritze sinnvoll ist, entscheidet dein Arzt. Sie kann Schmerzen lindern und damit Bewegung erleichtern. Wie die Schulter geführt wird und wie viel Kraft sie hat, verändert sie nicht. Dafür braucht es Training.
Wie lange dauert es, bis es besser wird?
Das hängt davon ab, wie lange die Beschwerden schon bestehen und was im Alltag auf die Schulter einwirkt. Eine feste Zahl nennen wir deshalb nicht. Nach der Untersuchung sagen wir dir aber offen, womit du rechnen kannst.
Erst sehen, wie die Bewegung entsteht
Bei der Schulter ist die Beobachtung entscheidend. Zwei Menschen können den Arm gleich weit heben und dabei völlig unterschiedlich dorthin kommen.
Deine Geschichte
Wir besprechen, seit wann die Beschwerden bestehen, bei welchen Bewegungen sie auftreten und was du beruflich oder sportlich regelmäßig tust. Befunde und Bilder schauen wir uns gemeinsam an.
Bewegung beobachten
Wir schauen, wie der Arm nach oben kommt, wie das Schulterblatt mitarbeitet und ob sich beide Seiten unterscheiden. Das prüfen wir im Stehen und unter leichter Belastung.
Erklären und ansetzen
Du erfährst, was wir gesehen haben, oft anschaulich am Modell. Danach arbeiten wir manuell, auf der Trainingsfläche oder in beiden Bereichen und legen fest, was du bis zum nächsten Mal tust.
Beweglichkeit allein trägt die Schulter nicht
Gerade hier zeigt sich, warum wir in drei Phasen arbeiten. Ein Gelenk, das aktiv geführt wird, braucht am Ende Kraft, damit die gewonnene Bewegung hält.
Regulieren
Zuerst schauen wir uns an, was zusammenwirkt. Mit manuellen Techniken und gezielten Reizen schaffen wir die Voraussetzung dafür, dass sich überhaupt etwas verändern kann.
Integrieren
Was sich gelöst hat, muss in Bewegung übergehen. Mit ausgewählten Übungen wird daraus etwas, das auch im Alltag trägt.
Performen
Zuletzt wird die neue Bewegung belastbar. Dabei geht es um mehr Kraft, mehr Sicherheit und mehr Reserve für Alltag, Beruf und Sport.
Wann du zuerst zum Arzt gehen solltest
Physiotherapie ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei den folgenden Anzeichen sprich bitte zuerst mit deinem Arzt. Strahlt der Schmerz in Brust, Kiefer oder linken Arm aus, wähle sofort den Notruf 112.
- Beschwerden nach einem Sturz auf Arm oder Schulter
- Der Arm lässt sich seitlich kaum noch aktiv anheben
- Sichtbare Fehlstellung oder deutliche Schwellung
- Taubheit, Kribbeln oder nachlassende Kraft in Arm oder Hand
- Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl
- Schmerz, der in Brust, Kiefer oder linken Arm ausstrahlt
Melde dich im Zweifel bei uns. Wir sagen dir offen, wenn etwas zuerst ärztlich abgeklärt werden sollte.
Was häufig zusammenhängt
Finde heraus, wie deine Schulter arbeitet
Buche direkt online oder melde dich, wenn du vorher etwas klären möchtest. Vorhandene Befunde oder Bilder kannst du zum ersten Termin gern mitbringen.
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