Fersensporn
Der erste Schritt am Morgen tut am meisten weh. Das liegt selten am Sporn selbst und häufiger an der Sehnenplatte, die unter der Fußsohle verläuft.
Wenn jeder Schritt daran erinnert
Fersenschmerzen sind belastend, weil man ihnen kaum ausweichen kann. Du gehst jeden Tag Tausende Schritte und jeder davon landet auf der Ferse.
Viele versuchen es zuerst mit Schonung, Einlagen oder neuen Schuhen. Das kann entlasten, ändert aber selten etwas daran, woher der Zug an der Ferse kommt.
- Die ersten Schritte am Morgen sind die schlimmsten
- Nach dem Sitzen fühlt sich das Aufstehen an wie ein Stich in die Ferse
- Auf hartem Boden wird es mit jeder Stunde schlimmer
- Laufen oder Wandern musstest du einschränken
- Einlagen, Salben und neue Schuhe haben nur kurz geholfen
- Barfuß gehen ist kaum noch möglich
- Du hast gelesen, dass es Monate dauern kann. Jetzt fragst du dich, was du tun kannst
Der Sporn ist meist nicht die Ursache
Auf dem Röntgenbild ist er gut zu sehen, daher hat das Beschwerdebild seinen Namen. Ein Fersensporn ist eine Verknöcherung, die über längere Zeit durch Zug an der Ferse entsteht. Er ist eher ein Zeichen der Belastung als ihre Ursache.
Das zeigt sich daran, dass viele Menschen mit einem solchen Befund keine Beschwerden haben. Andere haben dieselben Schmerzen, ohne dass etwas zu sehen ist. Weh tut in aller Regel die Sehnenplatte, die vom Fersenbein zu den Zehen verläuft und das Fußgewölbe hält.
Für die Behandlung ist das eine gute Nachricht. An einer Verknöcherung lässt sich wenig ändern. An der Zugbelastung, die sie hervorgerufen hat, lässt sich dagegen arbeiten.
Das Röntgenbild zeigt den Sporn. Der Schmerz kommt meist von woanders.
Woher der Zug auf die Ferse kommt
Die Sehnenplatte gerät unter Spannung, wenn Fuß und Bein die Last nicht gut verteilen. Diese drei Bereiche prüfen wir dabei zuerst.
Fußgewölbe und Auftritt
Wir prüfen, wie das Gewicht auf dem Fuß liegt, wie er abrollt und ob das Gewölbe unter Last hält. Kleine Unterschiede summieren sich über Tausende Schritte am Tag.
Wade und Achillessehne
Eine verkürzte Wade zieht über die Achillessehne am Fersenbein und damit indirekt an der Sehnenplatte darunter. Das ist einer der häufigsten Befunde bei diesem Beschwerdebild.
Hüfte und Beinachse
Wie das Bein beim Gehen geführt wird, bestimmt mit, welcher Teil des Fußes am meisten abbekommt. Deshalb sehen wir uns auch Hüfte und Bein an.
Was du selbst tun kannst
Diese drei Dinge sind in den meisten Fällen sinnvoll, unabhängig davon, wann du zu uns kommst.
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Wade dehnen
Eine verkürzte Wade erhöht den Zug an der Ferse. Sanftes Dehnen der Wade, mehrmals am Tag, kann Spannung nehmen. Am besten dehnst du auch morgens, bevor du losgehst.
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Sanft starten
Lass vor dem Aufstehen ein paarmal den Fuß kreisen und zieh die Zehen zu dir. Die ersten Schritte fallen dann oft leichter.
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Belastung dosieren
Reduziere lange Läufe oder Tage auf hartem Boden vorübergehend, statt ganz aufzuhören. Im Alltag hilft stützendes Schuhwerk mehr als barfuß auf Fliesen.
Diese Hinweise ersetzen keine Untersuchung. Bei den Warnzeichen weiter unten gilt immer, dass du sie zuerst ärztlich abklären lässt.
Fersensporn: Situationen, mit denen Menschen zu uns kommen
Ob Physiotherapie der richtige nächste Schritt ist, klären wir im Gespräch. Diese Ausgangslagen begegnen uns häufig.
- Stechender Schmerz beim ersten Auftreten am Morgen
- Beschwerden nach längerem Sitzen beim Wiederaufstehen
- Schmerz, der bei längerem Stehen zunimmt
- Druckempfindlichkeit an der Innenseite der Ferse
- Beschwerden nach einer Steigerung im Lauftraining
- Einlagen helfen, aber die Beschwerden bleiben
- Berufe mit viel Stehen oder Gehen auf hartem Boden
- Der Wunsch, nach ärztlicher Abklärung aktiv weiterzuarbeiten
Was viele zur Ferse fragen
Deine Frage ist nicht dabei? Melde dich gern bei uns, wir beantworten sie dir.
Zum KontaktBrauche ich Einlagen?
Einlagen können die Belastung verändern und in manchen Situationen sinnvoll sein. Sie nehmen dem Fuß aber auch Arbeit ab. Was der Fuß nicht mehr tut, kann er mit der Zeit schlechter. Wir schauen deshalb zuerst, was der Fuß selbst leisten kann. Wenn danach eine Versorgung sinnvoll erscheint, sprechen wir das offen an und arbeiten mit Orthopädie und Podologie zusammen.
Was ist mit einer Stoßwellentherapie?
Die Stoßwelle wird vor allem bei hartnäckigen Beschwerden eingesetzt. Ob sie für dich infrage kommt, klärst du am besten ärztlich. Unabhängig davon bleibt die Frage, woher der Zug an der Ferse kommt. Daran arbeiten wir.
Muss der Sporn entfernt werden?
In aller Regel nicht. Weil der Sporn meist nicht die Ursache der Beschwerden ist, steht eine Operation nicht am Anfang. Ob sie in seltenen Fällen nötig wird, ist eine ärztliche Entscheidung.
Darf ich weiter laufen gehen?
Oft ja, in angepasstem Umfang. Ein guter Anhaltspunkt ist der nächste Morgen: Wird der erste Schritt deutlich schlechter, war es zu viel. Wie du dein Training in dieser Zeit gestaltest, besprechen wir gemeinsam.
Wie lange dauert es, bis es besser wird?
Sehnengewebe verändert sich langsam, eher in Wochen als in Tagen. Wie lange es bei dir dauert, hängt davon ab, wie lange die Beschwerden schon bestehen und was im Alltag auf die Ferse einwirkt. Eine feste Zahl nennen wir deshalb nicht, aber wir sagen dir nach der Untersuchung offen, womit du rechnen kannst.
Vom Fuß aus nach oben schauen
Die Untersuchung beginnt am Fuß, bleibt aber nicht dort. Wie du gehst und stehst, gehört genauso dazu.
Deine Geschichte
Wir besprechen, seit wann die Beschwerden bestehen, wann sie am stärksten sind und was sich vorher verändert hat. Auch Schuhwerk, Einlagen und Trainingsumfang gehören dazu.
Fuß und Bein untersuchen
Wir prüfen Beweglichkeit im Sprunggelenk, Länge und Spannung der Wade, das Fußgewölbe unter Last und die Druckempfindlichkeit an der Ferse.
Gehen und Stehen ansehen
Im Stand und im Gehen zeigt sich, wie das Gewicht verteilt wird und wo die Belastung ankommt. Das ist oft anders, als es im Liegen aussieht.
Einordnen und ansetzen
Du erfährst, was wir gefunden haben. Dann legen wir fest, woran wir in der Praxis und im Alltag zwischen den Terminen arbeiten.
Belastung umverteilen, dann aufbauen
Sehnengewebe verändert sich über Wochen. Deshalb bauen wir schrittweise auf.
Regulieren
Zuerst schauen wir uns an, was zusammenwirkt. Mit manuellen Techniken und gezielten Reizen schaffen wir die Voraussetzung dafür, dass sich überhaupt etwas verändern kann.
Integrieren
Was sich gelöst hat, muss in Bewegung übergehen. Mit ausgewählten Übungen wird daraus etwas, das auch im Alltag trägt.
Performen
Zuletzt wird die neue Bewegung belastbar. Dabei geht es um mehr Kraft, mehr Sicherheit und mehr Reserve für Alltag, Beruf und Sport.
Wann du zuerst zum Arzt gehen solltest
Physiotherapie ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei den folgenden Anzeichen sprich bitte zuerst mit deinem Arzt, auch dann, wenn du bereits einen Termin bei uns hast.
- Beschwerden nach einem Sturz oder einem Tritt in die Ferse
- Die Ferse lässt sich kaum noch belasten
- Schwellung, Rötung oder Überwärmung an der Ferse
- Taubheit oder Kribbeln im Fuß
- Beschwerden an beiden Fersen gleichzeitig, besonders mit Gelenkbeschwerden anderswo
- Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl
Melde dich im Zweifel bei uns. Wir sagen dir offen, wenn etwas zuerst ärztlich abgeklärt werden sollte.
Was oft dazugehört
Der nächste Schritt für deine Ferse
Buche direkt online oder melde dich, wenn du vorher etwas klären möchtest. Einlagen und Laufschuhe kannst du zum ersten Termin gern mitbringen.
Du hast noch Fragen? Schreib uns eine Nachricht