Rückenschmerzen

Physiotherapie

Rücken­schmerzen

Der Rücken meldet sich, aber er ist selten allein der Auslöser. Deshalb beginnt Physiotherapie bei Rückenschmerzen bei uns mit einer genauen Analyse: wie du dich bewegst, wo Belastung entsteht und welche Bereiche dabei zusammenspielen.

Physiotherapie bei Rückenschmerzen: Behandlung mit Schröpfgläsern am Rücken
Kennst du das?

Wenn der Rücken den Alltag mitbestimmt

Rückenschmerzen kommen selten mit einem klaren Anlass. Sie schleichen sich ein, gehen zurück und melden sich oft genau dann wieder, wenn du es nicht brauchen kannst.

Irgendwann richtest du dich danach. Du sitzt anders, hebst anders und lässt manches bleiben. Das ist verständlich. Wir setzen bei der Frage an, warum es so weit gekommen ist.

  • Nach langem Sitzen kommst du nur mühsam hoch
  • Morgens fühlt sich der Rücken steif an und braucht eine Weile
  • Die Massage tut gut und zwei Tage später ist alles wie vorher
  • Beim Heben, Bücken oder Schuhebinden bist du vorsichtig geworden
  • Nach dem Training oder der Gartenarbeit meldet sich der Rücken
  • Es kommt immer wieder und du weißt nicht genau, warum
  • Der Rücken bestimmt, was du dir zutraust
Ausgangslage

Der Schmerz entsteht nicht immer dort, wo es wehtut

Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Gründen, aus denen Menschen zu uns kommen. Oft sind sie schon länger da, gehen zwischendurch zurück und melden sich wieder.

Der Rücken trägt mit

Die Wirbelsäule ist beweglich, weil Hüfte, Becken, Brustkorb und Füße mitarbeiten. Wenn einer dieser Bereiche weniger beiträgt, übernimmt der Rücken die Aufgabe mit. Das kann er eine ganze Weile, bis es sich bemerkbar macht.

Warum die Spannung zurückkommt

Massage, Wärme oder Dehnung tun gut und machen die Situation angenehmer. Wenn sich an der Belastung selbst nichts verändert, kommt die Spannung erfahrungsgemäß zurück. Deshalb interessiert uns zuerst, warum sie entsteht.

61 % der Erwachsenen in Deutschland hatten in den letzten zwölf Monaten Rückenschmerzen
15 % haben chronische Rückenschmerzen
Nr. 1 Kreuzschmerz führt seit Jahren die Statistik der Anlässe für Krankschreibungen an

Quellen: Robert Koch-Institut, Krankheitslast-Studie BURDEN 2020 (Journal of Health Monitoring S3/2021) · Deutsches Ärzteblatt.

Lockern bringt Erleichterung. Verändern muss sich die Belastung.

Worauf wir schauen

Drei Bereiche, die auf den Rücken einwirken

Welche davon in deiner Situation eine Rolle spielen, zeigt die Analyse.

Hüfte und Becken

Beugen, Aufrichten und Drehen beginnen zu einem großen Teil in der Hüfte. Ist sie in einer Richtung weniger beweglich, holt sich der Körper die Bewegung weiter oben, meist im unteren Rücken.

Brustkorb und Atmung

Bewegt sich der Brustkorb wenig, etwa nach langen Sitztagen, muss die Drehung woanders herkommen. Auch flache Atmung hält ihn in einer Position und das ist im Rücken spürbar.

Füße und Bodenkontakt

Wie das Gewicht auf den Füßen liegt und wie sie abrollen, entscheidet mit darüber, was weiter oben ausgeglichen werden muss. Das gilt auch dann, wenn die Füße selbst gar nicht wehtun.

Bis zum ersten Termin

Was du selbst tun kannst

Diese drei Dinge sind in den meisten Fällen sinnvoll, unabhängig davon, wann du zu uns kommst.

  1. Aktiv bleiben

    Schonung fühlt sich richtig an, hilft dem Rücken aber selten. Alltag, Spaziergänge und gewohnte Bewegung im erträglichen Rahmen sind in aller Regel besser als Liegen.

  2. Brustkorb bewegen

    Dreh dich nach langen Sitztagen ein paarmal bewusst zu beiden Seiten und atme tief in den Brustkorb. Das nimmt dem unteren Rücken Arbeit ab.

  3. Schmerz einordnen

    Ein Rücken, der schmerzt, ist deshalb noch kein beschädigter Rücken. Bewegungen, die unangenehm, aber gut auszuhalten sind, sind meist in Ordnung.

Diese Hinweise ersetzen keine Untersuchung. Bei den Warnzeichen weiter unten gilt immer, dass du sie zuerst ärztlich abklären lässt.

Typische Ausgangslagen

Physiotherapie bei Rückenschmerzen: wann ein Termin sinnvoll ist

Ob Physiotherapie der richtige nächste Schritt ist, klären wir im Gespräch. Diese Ausgangslagen begegnen uns häufig.

  • Beschwerden, die nach längerem Sitzen oder Stehen wiederkehren
  • Ein Rücken, der sich morgens steif anfühlt und erst in Bewegung kommen muss
  • Spannung, die sich lokal lösen lässt, aber nach kurzer Zeit zurückkommt
  • Unsicherheit beim Heben, Bücken oder Tragen im Alltag
  • Rückkehr in Training oder Sport nach einer längeren Pause
  • Belastungsaufbau nach einer Operation an der Wirbelsäule
  • Der Wunsch, nach ärztlicher Abklärung aktiv weiterzuarbeiten
Häufige Fragen

Was viele zum Rücken fragen

Deine Frage ist nicht dabei? Melde dich gern bei uns, wir beantworten sie dir.

Zum Kontakt
Wann hilft Physiotherapie bei Rückenschmerzen?

Bei den meisten Rückenschmerzen ohne Warnzeichen empfehlen die ärztlichen Leitlinien, aktiv zu bleiben. Halten die Beschwerden länger an oder kommen sie immer wieder, ist angeleitete Bewegung ein wichtiger Baustein. Genau dort setzt Physiotherapie an: Wir suchen, was den Rücken belastet und bauen Beweglichkeit und Belastbarkeit Schritt für Schritt auf. Ob das in deinem Fall der passende Weg ist, klären wir im ersten Termin.

Brauche ich ein Röntgenbild oder MRT?

Bei den meisten Rückenschmerzen ohne Warnzeichen ist ein Bild zunächst nicht nötig. So sehen es auch die ärztlichen Leitlinien. Ob es in deinem Fall sinnvoll ist, entscheidet dein Arzt. Für unsere Arbeit zählt vor allem, wie sich dein Rücken in der Bewegung verhält.

Soll ich mich schonen?

In aller Regel nicht. Längere Schonung macht den Rücken eher empfindlicher. Sinnvoll ist, in Bewegung zu bleiben und nur das zu reduzieren, was die Beschwerden deutlich verstärkt. Was das in deinem Fall heißt, besprechen wir nach der Untersuchung.

Hilft Massage?

Massage kann entspannen und die Beschwerden kurzfristig lindern. Wir setzen manuelle Techniken dort ein, wo sie den nächsten Schritt erleichtern. Damit sich dauerhaft etwas verändert, gehört Bewegung dazu.

Heißt Schmerz, dass etwas kaputt ist?

Meist nicht. Wie stark ein Rücken schmerzt, sagt wenig darüber aus, ob etwas beschädigt ist. Viele Veränderungen, die auf Bildern zu sehen sind, finden sich auch bei Menschen ganz ohne Beschwerden. Mehr dazu liest du auf unserer Seite zum Bandscheibenvorfall. Warum Schmerzen manchmal bleiben, auch wenn kein Schaden zu finden ist, erklären wir im Ratgeber Chronische Schmerzen.

Wie viele Termine brauche ich?

Das hängt davon ab, wie lange die Beschwerden schon bestehen und was im Alltag auf den Rücken einwirkt. Eine feste Zahl nennen wir deshalb nicht. Nach der Untersuchung sagen wir dir aber offen, womit du rechnen kannst.

Der erste Termin

Erst verstehen, dann behandeln

Der Ersttermin dauert 50 Minuten. Einen guten Teil davon nutzen wir bewusst für Gespräch und Analyse, denn davon hängt alles Weitere ab.

Deine Geschichte

Wir besprechen, seit wann der Schmerz besteht, wann er stärker ist, wann er nachlässt und was du schon versucht hast. Auch Befunde und Bilder, die du mitbringst, schauen wir uns an.

Bewegung ansehen

Wir schauen, wie du dich beugst, drehst und aufrichtest, wie du stehst und wie du gehst. Dabei achten wir darauf, welche Bereiche mitarbeiten und welche sich heraushalten.

Einordnen und erklären

Du erfährst, was wir gesehen haben und wie wir es einordnen. Oft zeigen wir es dir anschaulich am Skelett. Erst danach besprechen wir, wo wir ansetzen.

Behandeln und bewegen

Je nach Situation arbeiten wir manuell, auf der Trainingsfläche oder in beiden Bereichen. Du gehst in der Regel mit ein bis zwei Übungen nach Hause, die in deinen Alltag passen.

Drei Phasen

Vom ersten Reiz bis zum belastbaren Rücken

Gerade bei Rückenbeschwerden zeigt sich, warum wir in drei Phasen arbeiten. Beweglichkeit hält nur, wenn sie in Bewegung übergeht und am Ende auch Last verträgt.

Regulieren

Zuerst schauen wir uns an, was zusammenwirkt. Mit manuellen Techniken und gezielten Reizen schaffen wir die Voraussetzung dafür, dass sich überhaupt etwas verändern kann.

Integrieren

Was sich gelöst hat, muss in Bewegung übergehen. Mit ausgewählten Übungen wird daraus etwas, das auch im Alltag trägt.

Performen

Zuletzt wird die neue Bewegung belastbar. Dabei geht es um mehr Kraft, mehr Sicherheit und mehr Reserve für Alltag, Beruf und Sport.

Wichtig zu wissen

Wann du zuerst zum Arzt gehen solltest

Physiotherapie ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei den folgenden Anzeichen sprich bitte zuerst mit deinem Arzt, auch dann, wenn du bereits einen Termin bei uns hast.

  • Taubheit, Kribbeln oder nachlassende Kraft in Bein oder Fuß
  • Beschwerden nach einem Sturz oder Unfall
  • Schmerz, der nachts unabhängig von der Position deutlich stärker wird
  • Begleitendes Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl
  • Veränderungen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang
  • Ungewollter Gewichtsverlust

Melde dich im Zweifel bei uns. Wir sagen dir offen, wenn etwas zuerst ärztlich abgeklärt werden sollte.

Verwandte Anlässe

Wenn der Schmerz weiterzieht

Termin vereinbaren

Finde heraus, was deinen Rücken belastet

Buche direkt online oder melde dich, wenn du vorher etwas klären möchtest. Vorhandene Befunde kannst du zum ersten Termin gern mitbringen.

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