Bandscheibenvorfall

Physiotherapie

Bandscheiben-
vorfall

Der MRT-Befund verunsichert dich, die Schmerzen ziehen ins Bein und du fragst dich, was du jetzt noch darfst. Wir sehen uns an, was dein Rücken kann. Darauf bauen wir auf.

Illustration der Lendenwirbelsäule von der Seite mit Bandscheiben, eine davon rot hervorgehoben
Kennst du das?

Wenn aus einem Befund Vorsicht wird

Ein Bandscheibenvorfall verändert oft mehr als den Rücken. Man bewegt sich anders und meidet Dinge, die früher selbstverständlich waren. Viele warten darauf, dass es von allein besser wird.

Diese Vorsicht ist verständlich. Auf Dauer macht sie den Rücken aber eher empfindlicher. Dort setzen wir an.

  • Seit dem MRT traust du deinem Rücken kaum noch etwas zu
  • Bücken, Heben oder Socken anziehen gehen nur noch vorsichtig
  • Der Schmerz zieht ins Gesäß oder bis ins Bein
  • Langes Sitzen am Schreibtisch oder im Auto wird zur Belastung
  • Du hast dich geschont, aber richtig besser wird es nicht
  • Du fragst dich, ob Sport und Training wieder möglich sind
  • Jeder rät dir etwas anderes
Ausgangslage

Was das Bild zeigt und was du spürst

Die Diagnose kommt meist über ein MRT. Mit ihr kommt oft die Sorge, dass am Rücken etwas kaputtgegangen ist. Das ist nachvollziehbar, trifft aber seltener zu, als der Befund vermuten lässt.

Bild und Beschwerden

In Untersuchungen an Menschen ohne Rückenschmerzen finden sich regelmäßig Veränderungen an den Bandscheiben, von denen die Betroffenen nichts merken. Umgekehrt können deutliche Beschwerden bestehen, ohne dass das Bild etwas Auffälliges zeigt.

Wir untersuchen dich, nicht das MRT

Der Befund gehört zur Einordnung dazu und wir sehen ihn uns gemeinsam an. Entscheidend für die Behandlung ist aber, wie du dich bewegst, was Beschwerden auslöst und was sie lindert.

30 % der 20-Jährigen ohne Rückenschmerzen zeigen im MRT eine Vorwölbung der Bandscheibe
60 % der 50-Jährigen ohne Rückenschmerzen zeigen dasselbe Bild
84 % sind es bei 80-Jährigen, ebenfalls ohne Beschwerden

Quelle: Brinjikji et al., American Journal of Neuroradiology 2015. Systematische Übersicht über 33 Studien mit mehr als 3.000 beschwerdefreien Menschen.

Ein MRT zeigt, wie dein Rücken aussieht. Es zeigt nicht, was er kann.

Worauf wir schauen

Was der Rücken gerade verträgt

Wir fragen, wo im Alltag die Grenze verläuft und wie sie sich verschieben lässt.

Richtung der Beschwerden

Manche Menschen vertragen Beugen schlechter, andere das Aufrichten. Wir prüfen, welche Bewegungsrichtungen deine Beschwerden verstärken und welche sie beruhigen. Daraus ergibt sich der Einstieg.

Kraft und Empfindung

Wir prüfen, ob Kraft und Gefühl im Bein unverändert sind. Das ist weniger eine Frage der Behandlung als der Sicherheit: Es entscheidet mit, ob und wie wir arbeiten.

Umgebung der Wirbelsäule

Hüfte, Becken und Brustkorb bestimmen, wie viel Bewegung im unteren Rücken überhaupt nötig ist. Je mehr sie beitragen, desto weniger muss die belastete Stelle leisten.

Bis zum ersten Termin

Was du selbst tun kannst

Diese drei Dinge sind in den meisten Fällen sinnvoll, unabhängig davon, wann du zu uns kommst.

  1. In Bewegung bleiben

    Strenge Schonung hilft dem Rücken selten. Kurze Spaziergänge und alltägliche Bewegung im schmerzarmen Bereich sind meist besser als liegen zu bleiben, auch wenn es anfangs Überwindung kostet.

  2. Positionen wechseln

    Oft kommt es weniger auf die Haltung an als darauf, wie lange du in ihr bleibst. Steh beim Arbeiten zwischendurch auf und wechsle im Auto öfter die Sitzposition.

  3. Richtung beachten

    Zieht der Schmerz bei einer Bewegung weiter ins Bein, mach sie vorerst anders. Zieht er sich eher zum Rücken zurück, ist das meist ein gutes Zeichen, auch wenn der Rücken selbst noch spürbar ist.

Diese Hinweise ersetzen keine Untersuchung. Bei den Warnzeichen weiter unten gilt immer, dass du sie zuerst ärztlich abklären lässt.

Wann ein Termin sinnvoll ist

Bandscheibenvorfall: Situationen, mit denen Menschen zu uns kommen

Ob Physiotherapie der richtige nächste Schritt ist, klären wir im Gespräch. Diese Ausgangslagen begegnen uns häufig.

  • Ein Befund liegt vor und du weißt nicht, was du jetzt tun sollst
  • Die akute Phase ist vorbei, aber die Sicherheit fehlt
  • Unsicherheit beim Heben, Bücken oder Tragen
  • Bewegungen, die du seit dem Befund meidest
  • Rückkehr in Sport oder Training nach der Diagnose
  • Belastungsaufbau nach einer Operation an der Wirbelsäule
  • Wiederkehrende Episoden über einen längeren Zeitraum
  • Der Wunsch, nach ärztlicher Abklärung aktiv weiterzuarbeiten
Häufige Fragen

Was viele nach der Diagnose fragen

Deine Frage ist nicht dabei? Melde dich gern bei uns, wir beantworten sie dir.

Zum Kontakt
Darf ich mich überhaupt noch bewegen?

Nach der akuten Phase ist Bewegung in aller Regel Teil des Weges. Strenge Bettruhe wird heute kaum noch empfohlen. Welche Bewegungen jetzt sinnvoll sind und in welchem Tempo es weitergeht, legen wir gemeinsam fest, auf Basis der Untersuchung und dessen, was ärztlich besprochen wurde.

Muss ein Bandscheibenvorfall operiert werden?

Das entscheidet dein Arzt. Die meisten Bandscheibenvorfälle werden ohne Operation behandelt. Anders ist es bei deutlichem Kraftverlust oder den Warnzeichen weiter unten. Dann muss schnell ärztlich entschieden werden. Nach einer Operation begleiten wir dich beim Belastungsaufbau.

Brauche ich ein neues MRT?

Auch das ist eine ärztliche Entscheidung. Ein Kontrollbild ist meist nur dann sinnvoll, wenn sich die Beschwerden deutlich verändern oder eine Operation im Raum steht. Für unsere Arbeit zählt vor allem, wie sich dein Rücken in der Untersuchung verhält.

Kann ich wieder Sport machen?

Für viele ist das das eigentliche Ziel. Darauf arbeiten wir hin. Welche Belastung wann wieder passt, richtet sich nach deinem Rücken und nicht nach dem Kalender. Für den letzten Schritt zurück ins Training geht es auf Wunsch im Personal Training weiter.

Der erste Termin

Befund, Bewegung, nächste Schritte

In den 50 Minuten klären wir, wo du stehst, was dein Rücken gerade verträgt und wie es weitergeht. Bring deinen Befund gern mit.

Deine Geschichte

Wir besprechen, wie es angefangen hat, wohin der Schmerz zieht und was ihn besser oder schlechter macht. Auch was ärztlich besprochen wurde, gehört dazu. Den MRT-Befund sehen wir uns gemeinsam an.

Untersuchung

Wir prüfen, welche Bewegungsrichtungen deine Beschwerden verstärken und welche sie beruhigen. Kraft und Gefühl im Bein testen wir immer mit. Das ist eine Frage der Sicherheit.

Einordnen

Du erfährst, was Befund und Untersuchung zusammen ergeben. Wir sagen dir auch, wenn etwas dafür spricht, zuerst noch einmal zum Arzt zu gehen.

Erste Schritte

Je nach Befund arbeiten wir manuell, mit gezielter Bewegung oder beidem. Du gehst in der Regel mit ein bis zwei Übungen nach Hause, die zu deinem Rücken passen.

Drei Phasen

Schrittweise zurück zur Belastbarkeit

Nach einem Bandscheibenvorfall soll dein Rücken wieder mehr vertragen. Der Weg dorthin führt über drei Phasen.

Regulieren

Zuerst schauen wir uns an, was zusammenwirkt. Mit manuellen Techniken und gezielten Reizen schaffen wir die Voraussetzung dafür, dass sich überhaupt etwas verändern kann.

Integrieren

Was sich gelöst hat, muss in Bewegung übergehen. Mit ausgewählten Übungen wird daraus etwas, das auch im Alltag trägt.

Performen

Zuletzt wird die neue Bewegung belastbar. Dabei geht es um mehr Kraft, mehr Sicherheit und mehr Reserve für Alltag, Beruf und Sport.

Wichtig zu wissen

Wann du zuerst zum Arzt gehen solltest

Physiotherapie ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Melde dich bei den folgenden Anzeichen bitte zuerst ärztlich. Bei den letzten beiden Punkten gilt das sofort, auch außerhalb der Sprechzeiten und notfalls in der Notaufnahme.

  • Kraft im Bein oder Fuß lässt nach, etwa beim Anheben der Fußspitze
  • Zunehmende Taubheit statt Schmerz
  • Beschwerden, die sich trotz Behandlung deutlich verschlechtern
  • Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl
  • Taubheit im Bereich zwischen den Beinen oder am Gesäß
  • Veränderungen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang

Melde dich im Zweifel bei uns. Wir sagen dir offen, wenn etwas zuerst ärztlich abgeklärt werden sollte.

Verwandte Anlässe

Was oft dazugehört

Termin vereinbaren

Finde heraus, was dein Rücken kann

Buche direkt online oder melde dich, wenn du vorher etwas klären möchtest. Deinen Befund kannst du zum ersten Termin gern mitbringen.

Du hast noch Fragen? Schreib uns eine Nachricht

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