Posturologie
Deine Beschwerden werden nach einer Behandlung besser und kommen dann zurück? Manchmal zeigt sich ein Problem an einer anderen Stelle, als es entsteht. Die Posturologie schaut auf das Zusammenspiel von Augen, Füßen und Kiefer.
Wenn die Beschwerden immer wiederkommen
Viele, die zu uns kommen, haben schon einiges unternommen. Behandlungen und Übungen haben geholfen und trotzdem kommen die Beschwerden zurück.
- Nach einer Behandlung wird es besser und dann kommen die Beschwerden zurück
- Die Verspannung im Nacken kommt nach einer Massage bald zurück
- Deine Beschwerden treten immer auf derselben Seite auf
- Du wurdest gründlich untersucht, aber ein klarer Befund fehlt
- Du presst oder knirschst nachts und morgens sind Kiefer und Nacken fest
- Seit der neuen Brille, den Einlagen oder der Zahnschiene fühlt sich etwas anders an
- Du hast das Gefühl, im Stehen ständig ausgleichen zu müssen
- Dein Schwindel wurde ärztlich abgeklärt, blieb ohne Befund und ist weiterhin da
Das ist frustrierend, vor allem, wenn du schon viel ausprobiert hast. Du bildest dir die Beschwerden nicht ein. Manchmal lohnt es sich, den Blick von der schmerzenden Stelle auf das zu weiten, was zusammenwirkt.
Manchmal liegt die Antwort woanders
An der Haltung sind viele Stellen beteiligt. Augen, Füße und Kiefer steuern mit, wie sich der Körper ausrichtet und wo er ausgleichen muss. Genau diesen Zusammenhang schauen wir uns an.
Warum der Schmerz nicht immer dort entsteht, wo er sich zeigt
Aufrecht zu stehen ist für den Körper eine Daueraufgabe. Er gleicht ständig aus und stützt sich dabei auf Informationen, die er von außen bekommt.
Ein System aus Sensoren
Augen, Füße und Kiefer liefern laufend Rückmeldung darüber, wo der Körper im Raum steht. Aus diesen Informationen entsteht Haltung, meist ohne dass wir etwas davon merken.
Wenn etwas abweicht
Weicht eine dieser Informationen ab, gleicht der Körper aus. Diese Kompensation kann an ganz anderer Stelle Belastung erzeugen. Das kann erklären, warum manche Beschwerden am Ort des Schmerzes nicht greifbar sind.
Ein Erklärungsmodell
Die Posturologie ist ein Erklärungsmodell und keine Diagnostik. Sie steht nicht in den Leitlinien von Medizin und Physiotherapie. Wir nutzen sie als zusätzliche Blickrichtung, wenn die lokale Betrachtung nicht weiterführt.
Augen, Füße und Kiefer
In der Analyse schauen wir uns an, welche Rolle jedes dieser Systeme in deiner Situation spielt und wie sie zusammenwirken.
Augen
Richten den Kopf ausDer Blick richtet den Kopf aus und der Kopf richtet den Rest des Körpers aus. Wie beide Augen zusammenarbeiten und sich auf unterschiedliche Entfernungen einstellen, kann bis in Nacken und Schultern wirken.
- Nacken fest nach langer Bildschirmarbeit
- Kopf unbewusst leicht schief gehalten
- Beschwerden seit einer neuen Brille
Bei Bedarf in Zusammenarbeit mit Augenheilkunde und Optik.
Füße
Verbindung zum BodenDie Füße melden, wo das Gewicht liegt. Wie es sich verteilt und wie der Fuß abrollt, entscheidet mit darüber, was weiter oben ausgeglichen werden muss. Das reicht vom Becken über den Rücken bis in den Schultergürtel.
- Schuhe, die einseitig ablaufen
- Einlagen, die sich nicht richtig anfühlen
- Beschwerden, die im Stehen zunehmen
Bei Bedarf in Zusammenarbeit mit Orthopädie und Orthopädietechnik.
Kiefer
Eng mit dem Nacken verbundenDer Kiefer ist eng mit der Kopf- und Nackenmuskulatur verbunden. Wie die Zähne aufeinandertreffen und ob nachts gepresst wird, kann sich auf Kopfhaltung und Nackenspannung auswirken.
- Pressen oder Knirschen, besonders nachts
- Spannung an Schläfen und im Nacken
- Veränderungen nach Zahnspange oder neuer Krone
Bei Bedarf in Zusammenarbeit mit Zahnmedizin und Kieferorthopädie.
Narben als vierte Größe im Zusammenspiel
Augen, Füße und Kiefer sind die drei Systeme, mit denen die Posturologie üblicherweise arbeitet. In der Praxis kommt eine weitere Größe dazu.
Der Gedanke dahinter
Narbengewebe verhält sich anders als das Gewebe um es herum, etwa nach einer Operation, einer Verletzung oder einem Tattoo. In der posturologischen Betrachtung gilt eine Narbe deshalb als zusätzliche Größe. Sie ist eine Stelle, an der sich verändern kann, was der Körper an Rückmeldung bekommt und wie er darauf ausgleicht.
Wie wir damit umgehen
Das ist ein Erklärungsmodell und keine gesicherte Lehrmeinung. In den Leitlinien der Physiotherapie kommt es nicht vor. Wir nutzen es als eine mögliche Blickrichtung unter mehreren und prüfen im Verlauf, ob sie weiterführt. Frische Wunden oder Entzündungszeichen sollten zuerst ärztlich abgeklärt werden.
Ein neuer Blick auf alte Beschwerden
Eine schnelle Lösung versprechen wir dir nicht. Wir schauen genau hin, prüfen Zusammenhänge und sagen dir ehrlich, was wir sehen. Ein anderer Blickwinkel kann dabei neue Möglichkeiten eröffnen.
Zeit, in der es nur um dich geht
Du hast 60 Minuten Einzelbetreuung. In dieser Zeit kannst du deine Geschichte in Ruhe und ausführlich erzählen.
Der Blick auf Zusammenhänge
Wir schauen auf die schmerzende Stelle und auf alles, was mit ihr zusammenwirkt.
Ein klarer Weg
Aus der Analyse entsteht ein Plan. Zuerst schaffen wir die Voraussetzungen, dann übertragen wir sie in Bewegung und machen sie belastbar. So gehen wir vor
Eine ehrliche Einschätzung
Wenn die Posturologie in deinem Fall nicht der richtige Ansatz ist oder etwas zuerst ärztlich abgeklärt werden sollte, sagen wir dir das und nennen dir, wohin du dich wenden kannst.
Wie die posturologische Analyse abläuft
Der erste Termin dauert 60 Minuten und ist direkt online buchbar. Die Posturologie ist keine Heilbehandlung und wird nicht über die Physiotherapie abgerechnet.
Gespräch und Vorgeschichte
Wir besprechen, was passiert ist, was bereits untersucht wurde und ob Brillen, Einlagen, Zahnschienen oder Behandlungen eine Rolle spielen könnten.
Beobachtung im Stand und in Bewegung
Wir schauen uns an, wie du stehst, wie du dich bewegst und wie der Körper auf kleine Veränderungen reagiert.
Die Systeme einzeln betrachten
Über einfache Tests prüfen wir, welche Rolle Augen, Füße und Kiefer in deiner Situation spielen, einzeln und im Zusammenspiel.
Einordnen und besprechen
Du erfährst, was wir gesehen haben und wie wir es einordnen. Das ist eine Einschätzung und keine Diagnose. Daraus ergibt sich, wie es weitergeht, wie viele Termine sinnvoll sind und ob andere Fachrichtungen einbezogen werden sollten.
Preis auf Anfrage
Jede Situation ist anders. Manchmal genügen wenige Termine, manchmal ist eine längere Begleitung sinnvoll. Je nachdem, was die Analyse zeigt, stellen wir dir deshalb ein Paket zusammen, das zu dir passt.
Was der erste Termin kostet, sagen wir dir vorab gern, am Telefon oder per Nachricht. Die Posturologie ist eine Selbstzahlerleistung.
Wann du zuerst zum Arzt gehen solltest
Die posturologische Betrachtung ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei diesen Anzeichen führt der erste Weg zu deinem Arzt:
- Starke Schmerzen nach einem Unfall oder Sturz
- Taubheit, Kribbeln oder Kraftverlust in Armen oder Beinen
- Neu auftretender Schwindel, besonders mit Sehstörungen oder Gangunsicherheit
- Schmerzen, die nachts oder in Ruhe zunehmen
- Fieber oder ungewollter Gewichtsverlust zusammen mit Schmerzen
- Plötzlich einsetzende, sehr starke Kopfschmerzen
Anhaltender, bereits ärztlich abgeklärter Schwindel ohne klaren Befund ist dagegen ein guter Anlass für die posturologische Betrachtung.
Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen
Manche Zusammenhänge lassen sich nur gemeinsam mit anderen Fachrichtungen klären, etwa mit Augenheilkunde, Zahnmedizin, Kieferorthopädie oder Orthopädie. Wenn sich in der Analyse Hinweise ergeben, die dorthin gehören, sagen wir das offen und stellen bei Bedarf den Kontakt her.
Mit deinem Einverständnis erhalten mitbehandelnde Praxen auf Wunsch einen Kurzbericht zum Verlauf.
Finde heraus, was zusammenwirkt
Wenn du den Eindruck hast, dass hinter deinen Beschwerden mehr steckt als die schmerzende Stelle, buch dir einen ersten Termin oder melde dich. Wir sagen dir offen, ob die Posturologie in deinem Fall sinnvoll ist.
Du hast noch Fragen? Schreib uns eine Nachricht