Knieschmerzen

Physiotherapie

Knie-
schmerzen

Das Knie liegt zwischen Fuß und Hüfte und bekommt ab, was die beiden nicht erledigen. Deshalb schauen wir uns mit dem Knie immer auch die ganze Kette an, die es führt.

Alex Lutz führt das Bein einer Patientin in eine Bewegung
Kennst du das?

Wenn du jede Treppe im Knie spürst

Knieschmerzen beginnen oft ohne klaren Anlass. Es gab keinen Sturz und keinen Moment, in dem etwas passiert ist. Trotzdem ist das Knie plötzlich Thema.

Du passt dich an, nimmst den Aufzug und lässt das Laufen weg. Das ist verständlich. Belastbarer wird das Knie dadurch aber selten.

  • Treppab spürst du das Knie mehr als treppauf
  • Nach dem Kino oder einer langen Autofahrt ist das Knie steif
  • Beim Laufen meldet es sich ab einer bestimmten Strecke
  • Aus der Hocke hochzukommen fällt schwer
  • Manchmal fühlt es sich unsicher an, als würde es nachgeben
  • Im MRT steht ein Meniskus- oder Knorpelschaden und du bist verunsichert
  • Du lässt inzwischen weg, was früher selbstverständlich war
Ausgangslage

Ein Scharnier zwischen zwei beweglichen Gelenken

Das Knie beugt und streckt. Etwas Drehung lässt es zu, aber deutlich weniger als Hüfte und Fuß, die beide in mehrere Richtungen arbeiten können. Diese Aufgabenteilung funktioniert gut, solange sich alle daran halten.

Fehlt der Hüfte Beweglichkeit oder gibt der Fuß beim Auftreten nach, entsteht im Knie eine Drehbewegung, für die es nicht gebaut ist. Das passiert bei einigen tausend Schritten am Tag. Der Schmerz sitzt dann im Knie und seine Ursache liegt oft eine Etage darüber oder darunter.

Das erklärt, warum Knieschmerzen häufig ohne einen einzelnen Auslöser beginnen. Die Belastung hat sich über längere Zeit ungünstig verteilt.

Das Knie bekommt ab, was Fuß und Hüfte nicht erledigen.

Worauf wir schauen

Die Beinachse von unten nach oben

In der Analyse betrachten wir das Knie zusammen mit der Kette, in der es steht. Welcher Teil bei dir eine Rolle spielt, zeigt sich in der Bewegung.

Fuß und Sprunggelenk

Wie der Fuß aufsetzt und abrollt, bestimmt die Richtung, in der das Knie belastet wird. Ein Sprunggelenk, das wenig nachgibt, verändert die Bewegung sofort weiter oben.

Kniescheibe und Führung

Die Kniescheibe gleitet in einer Rinne. Wie sie geführt wird, hängt vom Zusammenspiel der Oberschenkelmuskulatur ab und davon, was Fuß und Hüfte darunter und darüber tun.

Hüfte und Gesäß

Die Hüfte hält das Bein in der Spur. Trägt die Gesäßmuskulatur zu wenig bei, weicht das Knie beim Beugen nach innen. Gut sichtbar ist das beim Einbeinstand oder beim Treppensteigen.

Befund und Beschwerden

Wenn im MRT ein Meniskusriss steht

Ein Riss im Meniskus klingt dramatisch. Nach einem Unfall kann er tatsächlich eine ärztliche Entscheidung erfordern, etwa wenn das Knie blockiert. Ab dem mittleren Lebensalter ist er aber häufig ein Befund, der mit den Jahren entsteht und nicht zwingend etwas mit den Beschwerden zu tun hat.

Wir schauen uns deshalb an, wie dein Knie sich bewegt und was es trägt. Der Befund gehört zur Einordnung dazu, entscheidet aber nicht allein darüber, was möglich ist.

Eine große Untersuchung mit fast 1.000 Menschen zwischen 50 und 90 Jahren zeigt, wie häufig solche Befunde sind:

19 % der Frauen zwischen 50 und 59 hatten im MRT einen Meniskusriss
56 % waren es bei Männern zwischen 70 und 90
61 % derjenigen mit Riss hatten im Monat davor keine Schmerzen oder Steifigkeit im Knie

Quelle: Englund et al., New England Journal of Medicine 2008, 991 Teilnehmer zwischen 50 und 90 Jahren.

Bis zum ersten Termin

Was du selbst tun kannst

Bei Knieproblemen ist der Reflex verständlich, alles wegzulassen, was wehtut. Auf Dauer verträgt das Knie dadurch aber weniger. Muskulatur, Sehnen und Knorpel brauchen Belastung, um belastbar zu bleiben.

  1. Klug dosieren

    Reduziere nur das, was deutlich wehtut. Gehen, Radfahren und gewohnte Bewegung im erträglichen Rahmen halten das Knie belastbar.

  2. Den Morgen danach

    Wie reagiert das Knie am nächsten Tag? Ist es ruhig, war die Belastung in Ordnung. Ist es deutlich schlechter oder geschwollen, war es zu viel.

  3. Bein ausstrecken

    Langes Sitzen mit stark gebeugtem Knie, etwa im Kino oder im Auto, reizt oft die Kniescheibe. Das Bein zwischendurch auszustrecken hilft schon viel.

Diese Hinweise ersetzen keine Untersuchung. Bei den Warnzeichen weiter unten gilt immer, dass du sie zuerst ärztlich abklären lässt.

Wann ein Termin sinnvoll ist

Knieschmerzen: Situationen, mit denen Menschen zu uns kommen

Ob Physiotherapie der richtige nächste Schritt ist, klären wir im Gespräch. Diese Ausgangslagen begegnen uns häufig.

  • Schmerz beim Treppensteigen, besonders abwärts
  • Beschwerden nach längerem Sitzen mit gebeugtem Knie
  • Ein Knie, das sich beim Laufen ab einer bestimmten Strecke meldet
  • Unsicherheit oder ein Gefühl von Nachgeben bei Belastung
  • Beschwerden beim Aufstehen aus der Hocke
  • Rückkehr in Sport oder Training nach einer längeren Pause
  • Belastungsaufbau nach einer Operation am Knie
  • Der Wunsch, nach ärztlicher Abklärung aktiv weiterzuarbeiten
Häufige Fragen

Was viele zum Knie fragen

Deine Frage ist nicht dabei? Melde dich gern bei uns, wir beantworten sie dir.

Zum Kontakt
Muss ein Meniskusriss operiert werden?

Das entscheidet dein Arzt. Bei Rissen, die ohne Unfall mit den Jahren entstehen, wird heute häufig zunächst ohne Operation behandelt. Anders ist es zum Beispiel, wenn das Knie blockiert. Nach einer Operation begleiten wir dich beim Belastungsaufbau.

Mein Knie knackt. Ist das schlimm?

Geräusche im Knie ohne Schmerz oder Schwellung sind in aller Regel harmlos. Kommen Schmerzen, eine Schwellung oder ein Blockieren dazu, lohnt sich ein genauerer Blick.

Darf ich weiter Sport machen?

Oft ja, in angepasstem Umfang. Ein guter Anhaltspunkt ist der nächste Morgen: Ist das Knie ruhig, war die Belastung in Ordnung. Für den schrittweisen Aufbau zurück in Training und Sport arbeiten wir auf Wunsch auch im Personal Training weiter.

Hilft eine Kniebandage?

Eine Bandage kann ein Gefühl von Sicherheit geben und in manchen Situationen kurzfristig entlasten. Kraft und Führung, die dem Knie fehlen, ersetzt sie aber nicht. Daran arbeiten wir.

Wie lange dauert es, bis es besser wird?

Das hängt davon ab, wie lange die Beschwerden schon bestehen und was im Alltag auf das Knie einwirkt. Eine feste Zahl nennen wir deshalb nicht. Nach der Untersuchung sagen wir dir aber offen, womit du rechnen kannst.

Der erste Termin

Die ganze Beinachse im Blick

Im ersten Termin schauen wir uns das Knie und alles an, was es führt. Befunde oder dein MRT kannst du gern mitbringen.

Deine Geschichte

Wir besprechen, seit wann die Beschwerden bestehen, bei welchen Bewegungen sie auftreten und welchen Sport du machst. Auch eine frühere Verletzung oder Operation gehört dazu.

Beinachse untersuchen

Wir schauen, wie Fuß, Knie und Hüfte im Stand, im Einbeinstand und bei der Kniebeuge zusammenarbeiten. Dabei vergleichen wir immer beide Seiten.

Erklären und ansetzen

Du erfährst, was wir gesehen haben. Danach arbeiten wir manuell, auf der Trainingsfläche oder in beiden Bereichen und legen fest, wie viel Belastung bis zum nächsten Termin passt.

Drei Phasen

Vom entlasteten zum tragfähigen Knie

Beim Knie ist die dritte Phase besonders wichtig. Ohne Kraft und Reserve hält die gewonnene Bewegung der Belastung im Alltag nicht stand.

Regulieren

Zuerst schauen wir uns an, was zusammenwirkt. Mit manuellen Techniken und gezielten Reizen schaffen wir die Voraussetzung dafür, dass sich überhaupt etwas verändern kann.

Integrieren

Was sich gelöst hat, muss in Bewegung übergehen. Mit ausgewählten Übungen wird daraus etwas, das auch im Alltag trägt.

Performen

Zuletzt wird die neue Bewegung belastbar. Dabei geht es um mehr Kraft, mehr Sicherheit und mehr Reserve für Alltag, Beruf und Sport.

Wichtig zu wissen

Wann du zuerst zum Arzt gehen solltest

Physiotherapie ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei den folgenden Anzeichen sprich bitte zuerst mit deinem Arzt, auch dann, wenn du bereits einen Termin bei uns hast.

  • Beschwerden nach einem Sturz oder einer Verdrehung des Knies
  • Deutliche Schwellung, besonders wenn sie schnell entstanden ist
  • Das Knie blockiert oder lässt sich nicht mehr ganz strecken
  • Das Gelenk fühlt sich überwärmt oder gerötet an
  • Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl
  • Schmerz oder Schwellung in der Wade, besonders einseitig

Melde dich im Zweifel bei uns. Wir sagen dir offen, wenn etwas zuerst ärztlich abgeklärt werden sollte.

Verwandte Anlässe

Was oft dazugehört

Termin vereinbaren

Finde heraus, was dein Knie trägt

Buche direkt online oder melde dich, wenn du vorher etwas klären möchtest. Vorhandene Befunde oder dein MRT kannst du zum ersten Termin gern mitbringen.

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