Hüftschmerzen
Die Hüfte kann mehr, als der Alltag von ihr verlangt. Darin liegt das Problem: Was über Jahre nicht genutzt wird, geht verloren und fehlt dann an anderer Stelle.
Wenn die Hüfte nach und nach steifer wird
Hüftbeschwerden kommen selten plötzlich. Erst wird eine Bewegung mühsamer, dann meidet man sie. Irgendwann fällt auf, dass manches nicht mehr so geht wie früher.
Oft steht dann schnell das Wort Verschleiß im Raum. Bevor du dich damit abfindest, lohnt sich ein genauer Blick darauf, was deine Hüfte noch kann.
- Socken oder Schuhe anziehen ist mühsamer geworden
- Nach langem Sitzen brauchst du ein paar Schritte, bis es rundläuft
- Auf der Seite liegen ist nachts unangenehm
- Treppen oder das Einsteigen ins Auto spürst du in der Leiste
- Dein Schritt ist kürzer geworden, ohne dass du es wolltest
- Der Rücken oder das Knie meldet sich gleich mit
- Im Befund steht Verschleiß und du fragst dich, was jetzt noch geht
Ein Kugelgelenk im Sparbetrieb
Die Hüfte ist ein Kugelgelenk. Sie kann beugen, strecken, abspreizen, heranführen und in beide Richtungen drehen. Ein typischer Bürotag nutzt davon einen kleinen Ausschnitt.
Beweglichkeit geht unbemerkt verloren
Was der Körper nicht regelmäßig braucht, hält er nicht bereit. Der Verlust geschieht langsam und fällt im Alltag nicht auf. Spürbar wird er erst, wenn eine Bewegung über den gewohnten Bereich hinausgeht.
Sie fehlt dann an anderer Stelle
Fehlt der Hüfte Bewegung, holt sie sich der Körper aus der Nachbarschaft: aus dem unteren Rücken oder aus dem Knie. Deshalb sitzt der Schmerz bei eingeschränkter Hüfte häufig nicht in der Hüfte selbst.
Was der Hüfte an Bewegung fehlt, holt sich der Rücken.
Wie weit und vor allem wie
Bewegungsumfang allein sagt wenig. Interessanter ist, wie die Bewegung zustande kommt und welche Bereiche dabei mitarbeiten.
Alle Richtungen
Wir prüfen Beugung und Streckung ebenso wie Drehung und Abspreizen. Die Drehung wird im Alltag kaum gefordert und fehlt entsprechend oft.
Gesäßmuskulatur
Sie stabilisiert das Becken bei jedem Schritt. Trägt sie zu wenig bei, kippt das Becken zur Seite. Das ist im Einbeinstand sichtbar und im unteren Rücken spürbar.
Becken und Rücken
Hüfte und Lendenwirbelsäule teilen sich Bewegung und Muskulatur. Was der einen fehlt, übernimmt die andere. Deshalb betrachten wir beide zusammen.
Wenn im Befund Verschleiß steht
Viele kommen mit einem Befund, in dem von Abnutzung die Rede ist. Sie gehen davon aus, dass sich damit nichts mehr machen lässt. Dabei sagt ein Bild vor allem etwas über den Zustand des Gewebes aus. Es zeigt nicht, wie gut sich die Hüfte bewegen und belasten lässt.
Arbeiten können wir an der vorhandenen Beweglichkeit und an der Muskulatur, die das Gelenk führt. Was in deinem Fall möglich ist, besprechen wir offen, auch dann, wenn die Antwort lautet, dass eine ärztliche Entscheidung ansteht.
Bild und Schmerz passen bei der Hüfte oft nicht zusammen. Das zeigen zwei große Untersuchungen:
Quelle: Kim et al., British Medical Journal 2015. Framingham Osteoarthritis Study (946 Personen) und Osteoarthritis Initiative (4.366 Personen).
Was du selbst tun kannst
Diese drei Dinge sind in den meisten Fällen sinnvoll, unabhängig davon, wann du zu uns kommst.
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Hüfte strecken
Steh nach langem Sitzen kurz auf und streck die Hüfte nach vorn, etwa mit einem ruhigen Ausfallschritt. So gleichst du aus, was beim Sitzen zu kurz kommt.
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Drehung einbauen
Die Drehung fehlt der Hüfte im Alltag am häufigsten. Kleine Bewegungen halten sie verfügbar, etwa wenn du das Bein im Stand locker kreisen lässt.
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In Bewegung bleiben
Gehen, Radfahren und angepasstes Training tun der Hüfte in aller Regel gut, auch bei Verschleiß. Beschwerden, die bis zum nächsten Tag abklingen, sind meist kein Warnsignal.
Diese Hinweise ersetzen keine Untersuchung. Bei den Warnzeichen weiter unten gilt immer, dass du sie zuerst ärztlich abklären lässt.
Hüftschmerzen: Situationen, mit denen Menschen zu uns kommen
Ob Physiotherapie der richtige nächste Schritt ist, klären wir im Gespräch. Diese Ausgangslagen begegnen uns häufig.
- Steifigkeit beim Aufstehen nach längerem Sitzen
- Schmerz in der Leiste beim Beugen oder Anziehen der Schuhe
- Beschwerden seitlich an der Hüfte, auch beim Liegen
- Ein kürzerer Schritt oder verändertes Gangbild
- Beschwerden beim Treppensteigen oder beim Radfahren
- Rückkehr in Bewegung nach einer längeren Pause
- Belastungsaufbau nach einer Operation an der Hüfte
- Der Wunsch, nach ärztlicher Abklärung aktiv weiterzuarbeiten
Was viele zur Hüfte fragen
Deine Frage ist nicht dabei? Melde dich gern bei uns, wir beantworten sie dir.
Zum KontaktHabe ich Arthrose?
Das lässt sich nur ärztlich feststellen, mit Untersuchung und bei Bedarf einem Bild. Wichtig zu wissen: Nicht jede schmerzende Hüfte hat eine Arthrose und nicht jede Arthrose schmerzt. Für unsere Arbeit zählt vor allem, wie sich deine Hüfte bewegt und belasten lässt.
Brauche ich irgendwann eine neue Hüfte?
Ob und wann eine Operation sinnvoll ist, entscheidet dein Arzt gemeinsam mit dir. Gezieltes Training ist in beiden Fällen sinnvoll: wenn es ohne Operation weitergeht und auch vor einer Operation. Nach einer Operation begleiten wir dich beim Belastungsaufbau.
Warum tut es seitlich beim Liegen weh?
Schmerz an der Außenseite der Hüfte kommt oft von den Sehnen der seitlichen Gesäßmuskulatur und nicht vom Gelenk selbst. Liegen auf der betroffenen Seite oder übereinandergeschlagene Beine verstärken ihn häufig. Das lässt sich in der Untersuchung gut unterscheiden.
Hilft Dehnen?
Das kommt darauf an, woher die Beschwerden kommen. Bei eingeschränkter Beweglichkeit kann es helfen, bei Beschwerden an der Außenseite der Hüfte dagegen zusätzlich reizen. Oft ist Kraft wichtiger als Dehnung. Was bei dir sinnvoll ist, zeigt die Untersuchung.
Wie lange dauert es, bis es besser wird?
Das hängt davon ab, wie lange die Beschwerden schon bestehen und was im Alltag auf die Hüfte einwirkt. Eine feste Zahl nennen wir deshalb nicht. Nach der Untersuchung sagen wir dir aber offen, womit du rechnen kannst.
Was in 50 Minuten passiert
Bei der Hüfte lohnt sich die genaue Untersuchung besonders, weil Einschränkungen selten dort auffallen, wo sie entstehen.
Deine Geschichte
Wir besprechen, seit wann die Beschwerden bestehen, bei welchen Bewegungen sie auftreten, wie viel du am Tag sitzt und was du sportlich machst. Befunde und Bilder, die du mitbringst, sehen wir uns gemeinsam an.
Untersuchung im Liegen und im Stand
Im Liegen prüfen wir die Beweglichkeit in alle Richtungen und vergleichen beide Seiten. Im Stand und im Gehen sehen wir, was davon genutzt wird. Das ist nicht immer dasselbe.
Erklären und ansetzen
Du erfährst, was wir gesehen haben und wie wir es einordnen. Danach arbeiten wir manuell, auf der Trainingsfläche oder in beiden Bereichen und legen fest, was du bis zum nächsten Termin machst.
Bewegung zurückholen und halten
Bei der Hüfte ist die zweite Phase entscheidend: Beweglichkeit, die nicht genutzt wird, ist nach kurzer Zeit wieder weg.
Regulieren
Zuerst schauen wir uns an, was zusammenwirkt. Mit manuellen Techniken und gezielten Reizen schaffen wir die Voraussetzung dafür, dass sich überhaupt etwas verändern kann.
Integrieren
Was sich gelöst hat, muss in Bewegung übergehen. Mit ausgewählten Übungen wird daraus etwas, das auch im Alltag trägt.
Performen
Zuletzt wird die neue Bewegung belastbar. Dabei geht es um mehr Kraft, mehr Sicherheit und mehr Reserve für Alltag, Beruf und Sport.
Wann du zuerst zum Arzt gehen solltest
Physiotherapie ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei den folgenden Anzeichen sprich bitte zuerst mit deinem Arzt, auch dann, wenn du bereits einen Termin bei uns hast.
- Beschwerden nach einem Sturz, besonders im höheren Alter
- Das Bein lässt sich kaum noch belasten
- Deutliche Schwellung oder Überwärmung im Gelenkbereich
- Taubheit, Kribbeln oder nachlassende Kraft im Bein
- Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl
- Schmerz, der nachts unabhängig von der Position stärker wird
Melde dich im Zweifel bei uns. Wir sagen dir offen, wenn etwas zuerst ärztlich abgeklärt werden sollte.
Was häufig zusammenhängt
Lass uns deine Hüfte ansehen
Buche direkt online oder melde dich, wenn du vorher etwas klären möchtest. Vorhandene Befunde und Röntgenbilder kannst du zum ersten Termin gern mitbringen.
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