Bandscheiben-
vorfall
Der MRT-Befund verunsichert dich, die Schmerzen ziehen ins Bein und du fragst dich, was du jetzt noch darfst. Wir sehen uns an, was dein Rücken kann. Darauf bauen wir auf.
Wenn aus einem Befund Vorsicht wird
Ein Bandscheibenvorfall verändert oft mehr als den Rücken. Man bewegt sich anders und meidet Dinge, die früher selbstverständlich waren. Viele warten darauf, dass es von allein besser wird.
Diese Vorsicht ist verständlich. Auf Dauer macht sie den Rücken aber eher empfindlicher. Dort setzen wir an.
- Seit dem MRT traust du deinem Rücken kaum noch etwas zu
- Bücken, Heben oder Socken anziehen gehen nur noch vorsichtig
- Der Schmerz zieht ins Gesäß oder bis ins Bein
- Langes Sitzen am Schreibtisch oder im Auto wird zur Belastung
- Du hast dich geschont, aber richtig besser wird es nicht
- Du fragst dich, ob Sport und Training wieder möglich sind
- Jeder rät dir etwas anderes
Was das Bild zeigt und was du spürst
Die Diagnose kommt meist über ein MRT. Mit ihr kommt oft die Sorge, dass am Rücken etwas kaputtgegangen ist. Das ist nachvollziehbar, trifft aber seltener zu, als der Befund vermuten lässt.
Bild und Beschwerden
In Untersuchungen an Menschen ohne Rückenschmerzen finden sich regelmäßig Veränderungen an den Bandscheiben, von denen die Betroffenen nichts merken. Umgekehrt können deutliche Beschwerden bestehen, ohne dass das Bild etwas Auffälliges zeigt.
Wir untersuchen dich, nicht das MRT
Der Befund gehört zur Einordnung dazu und wir sehen ihn uns gemeinsam an. Entscheidend für die Behandlung ist aber, wie du dich bewegst, was Beschwerden auslöst und was sie lindert.
Quelle: Brinjikji et al., American Journal of Neuroradiology 2015. Systematische Übersicht über 33 Studien mit mehr als 3.000 beschwerdefreien Menschen.
Ein MRT zeigt, wie dein Rücken aussieht. Es zeigt nicht, was er kann.
Was der Rücken gerade verträgt
Wir fragen, wo im Alltag die Grenze verläuft und wie sie sich verschieben lässt.
Richtung der Beschwerden
Manche Menschen vertragen Beugen schlechter, andere das Aufrichten. Wir prüfen, welche Bewegungsrichtungen deine Beschwerden verstärken und welche sie beruhigen. Daraus ergibt sich der Einstieg.
Kraft und Empfindung
Wir prüfen, ob Kraft und Gefühl im Bein unverändert sind. Das ist weniger eine Frage der Behandlung als der Sicherheit: Es entscheidet mit, ob und wie wir arbeiten.
Umgebung der Wirbelsäule
Hüfte, Becken und Brustkorb bestimmen, wie viel Bewegung im unteren Rücken überhaupt nötig ist. Je mehr sie beitragen, desto weniger muss die belastete Stelle leisten.
Was du selbst tun kannst
Diese drei Dinge sind in den meisten Fällen sinnvoll, unabhängig davon, wann du zu uns kommst.
-
In Bewegung bleiben
Strenge Schonung hilft dem Rücken selten. Kurze Spaziergänge und alltägliche Bewegung im schmerzarmen Bereich sind meist besser als liegen zu bleiben, auch wenn es anfangs Überwindung kostet.
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Positionen wechseln
Oft kommt es weniger auf die Haltung an als darauf, wie lange du in ihr bleibst. Steh beim Arbeiten zwischendurch auf und wechsle im Auto öfter die Sitzposition.
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Richtung beachten
Zieht der Schmerz bei einer Bewegung weiter ins Bein, mach sie vorerst anders. Zieht er sich eher zum Rücken zurück, ist das meist ein gutes Zeichen, auch wenn der Rücken selbst noch spürbar ist.
Diese Hinweise ersetzen keine Untersuchung. Bei den Warnzeichen weiter unten gilt immer, dass du sie zuerst ärztlich abklären lässt.
Bandscheibenvorfall: Situationen, mit denen Menschen zu uns kommen
Ob Physiotherapie der richtige nächste Schritt ist, klären wir im Gespräch. Diese Ausgangslagen begegnen uns häufig.
- Ein Befund liegt vor und du weißt nicht, was du jetzt tun sollst
- Die akute Phase ist vorbei, aber die Sicherheit fehlt
- Unsicherheit beim Heben, Bücken oder Tragen
- Bewegungen, die du seit dem Befund meidest
- Rückkehr in Sport oder Training nach der Diagnose
- Belastungsaufbau nach einer Operation an der Wirbelsäule
- Wiederkehrende Episoden über einen längeren Zeitraum
- Der Wunsch, nach ärztlicher Abklärung aktiv weiterzuarbeiten
Was viele nach der Diagnose fragen
Deine Frage ist nicht dabei? Melde dich gern bei uns, wir beantworten sie dir.
Zum KontaktDarf ich mich überhaupt noch bewegen?
Nach der akuten Phase ist Bewegung in aller Regel Teil des Weges. Strenge Bettruhe wird heute kaum noch empfohlen. Welche Bewegungen jetzt sinnvoll sind und in welchem Tempo es weitergeht, legen wir gemeinsam fest, auf Basis der Untersuchung und dessen, was ärztlich besprochen wurde.
Muss ein Bandscheibenvorfall operiert werden?
Das entscheidet dein Arzt. Die meisten Bandscheibenvorfälle werden ohne Operation behandelt. Anders ist es bei deutlichem Kraftverlust oder den Warnzeichen weiter unten. Dann muss schnell ärztlich entschieden werden. Nach einer Operation begleiten wir dich beim Belastungsaufbau.
Brauche ich ein neues MRT?
Auch das ist eine ärztliche Entscheidung. Ein Kontrollbild ist meist nur dann sinnvoll, wenn sich die Beschwerden deutlich verändern oder eine Operation im Raum steht. Für unsere Arbeit zählt vor allem, wie sich dein Rücken in der Untersuchung verhält.
Kann ich wieder Sport machen?
Für viele ist das das eigentliche Ziel. Darauf arbeiten wir hin. Welche Belastung wann wieder passt, richtet sich nach deinem Rücken und nicht nach dem Kalender. Für den letzten Schritt zurück ins Training geht es auf Wunsch im Personal Training weiter.
Befund, Bewegung, nächste Schritte
In den 50 Minuten klären wir, wo du stehst, was dein Rücken gerade verträgt und wie es weitergeht. Bring deinen Befund gern mit.
Deine Geschichte
Wir besprechen, wie es angefangen hat, wohin der Schmerz zieht und was ihn besser oder schlechter macht. Auch was ärztlich besprochen wurde, gehört dazu. Den MRT-Befund sehen wir uns gemeinsam an.
Untersuchung
Wir prüfen, welche Bewegungsrichtungen deine Beschwerden verstärken und welche sie beruhigen. Kraft und Gefühl im Bein testen wir immer mit. Das ist eine Frage der Sicherheit.
Einordnen
Du erfährst, was Befund und Untersuchung zusammen ergeben. Wir sagen dir auch, wenn etwas dafür spricht, zuerst noch einmal zum Arzt zu gehen.
Erste Schritte
Je nach Befund arbeiten wir manuell, mit gezielter Bewegung oder beidem. Du gehst in der Regel mit ein bis zwei Übungen nach Hause, die zu deinem Rücken passen.
Schrittweise zurück zur Belastbarkeit
Nach einem Bandscheibenvorfall soll dein Rücken wieder mehr vertragen. Der Weg dorthin führt über drei Phasen.
Regulieren
Zuerst schauen wir uns an, was zusammenwirkt. Mit manuellen Techniken und gezielten Reizen schaffen wir die Voraussetzung dafür, dass sich überhaupt etwas verändern kann.
Integrieren
Was sich gelöst hat, muss in Bewegung übergehen. Mit ausgewählten Übungen wird daraus etwas, das auch im Alltag trägt.
Performen
Zuletzt wird die neue Bewegung belastbar. Dabei geht es um mehr Kraft, mehr Sicherheit und mehr Reserve für Alltag, Beruf und Sport.
Wann du zuerst zum Arzt gehen solltest
Physiotherapie ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Melde dich bei den folgenden Anzeichen bitte zuerst ärztlich. Bei den letzten beiden Punkten gilt das sofort, auch außerhalb der Sprechzeiten und notfalls in der Notaufnahme.
- Kraft im Bein oder Fuß lässt nach, etwa beim Anheben der Fußspitze
- Zunehmende Taubheit statt Schmerz
- Beschwerden, die sich trotz Behandlung deutlich verschlechtern
- Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl
- Taubheit im Bereich zwischen den Beinen oder am Gesäß
- Veränderungen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang
Melde dich im Zweifel bei uns. Wir sagen dir offen, wenn etwas zuerst ärztlich abgeklärt werden sollte.
Was oft dazugehört
Finde heraus, was dein Rücken kann
Buche direkt online oder melde dich, wenn du vorher etwas klären möchtest. Deinen Befund kannst du zum ersten Termin gern mitbringen.
Du hast noch Fragen? Schreib uns eine Nachricht